Kyoto-Proto­koll und Emis­si­ons­han­del

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Das Kyoto-Proto­koll

Seit etwa 1900 steigt die mitt­lere Tempe­ra­tur auf der Erde mit weit­rei­chen­den Folgen: Die Wetter­ex­treme und ihre Folge­schä­den nehmen zu, die Polkap­pen und Glet­scher schmel­zen ab, der Meeres­spie­gel steigt und gefähr­det die Küsten­ge­biete, Klima­zo­nen verschie­ben sich und gefähr­den die Land­wirt­schaft und die biolo­gi­sche Viel­falt.

Das Kyoto-Proto­koll ist ein Rahmen­ab­kom­men der Verein­ten Natio­nen über Klima­än­de­run­gen (kurz: Kyoto-Proto­koll), das am 11. Dezem­ber 1997 beim Welt­kli­ma­gip­fel in Kyoto (Japan) von 158 Staa­ten mit dem Ziel beschlos­sen wurde, die globale Klima­er­wär­mung durch Reduk­tion der schäd­li­chen Treib­haus­gas-Emis­sio­nen abzu­brem­sen.

Das am 16. Februar 2005 in Kraft getre­tene Abkom­men legt erst­mals völker­recht­lich verbind­li­che Ziel­werte für den Ausstoß von Treib­haus­ga­sen in den Indus­trie­län­dern fest, welche die haupt­säch­li­che Ursa­che der globa­len Erwär­mung sind.

Bis Anfang Dezem­ber 2011 haben 191 Staa­ten sowie die Euro­päi­sche Union das Kyoto-Proto­koll rati­fi­ziert. Bei der UN-Klima­kon­fe­renz in Katar im Jahr 2012 einigte man sich auf seine geplante Verlän­ge­rung (Kyoto II) bis zum Jahr 2020.

An der zwei­ten Verpflich­tungs­pe­ri­ode nehmen Austra­lien, die 27 EU-Länder sowie weitere euro­päi­sche Staa­ten teil, die für circa zwölf Prozent des welt­wei­ten CO2-Aussto­ßes verant­wort­lich zeich­nen.
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Emis­si­ons­rech­te­han­del

Der Handel mit Emis­si­ons­rech­ten ist eines der wesent­li­chen im Kyoto-Proto­koll veran­ker­ten Instru­mente. Er erfolgt über Börsen, Makler oder direkt zwischen den Betei­lig­ten. Es exis­tie­ren mehrere Markt­plätze für Emis­si­ons­be­rech­ti­gun­gen, zum Beispiel die European Climate Exch­ange in London, die Ener­gie­börse European Energy Exch­ange in Leip­zig oder die Energy Exch­ange Austria in Wien.

Das Prin­zip: Emis­sio­nen werden dort einge­spart, wo dies am kosten­güns­tigs­ten möglich ist. Da der Ort einer Emis­si­ons­re­duk­tion uner­heb­lich ist und man von jegli­cher Reduk­tion einen verrin­ger­ten nega­ti­ven Einfluss auf das Klima erwar­tet, können auf diese Weise kosten­güns­ti­gere Maßnah­men verwirk­licht und Klima­schutz wirt­schaft­lich effi­zi­en­ter gestal­tet werden.

Arti­kel 17 des Kyoto-Proto­kolls betont, dass der Emis­si­ons­han­del ein zusätz­li­ches Element neben direk­ten Maßnah­men zur Redu­zie­rung von Treib­haus­ga­sen darstellt. Damit soll verhin­dert werden, dass sich Staa­ten nur darauf verlas­sen, ihre Reduk­ti­ons­ver­pflich­tun­gen von ande­ren Teil­neh­mern am Emis­si­ons­han­del einzu­kau­fen.